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Methoden

Seit über 10 Jahren arbeitet Maria mit Methoden in denen sie prozessorientierte Stimmpädagogik, funktionales Stimmtraining, Körperarbeit, Atemarbeit, stimmtherapeutische Kompetenzen zur Regenerierung einer Stimme über das gesamte Frequenzspektrum, künstlerische Sprecherziehung und authentische Präsentation verbindet. Ihre eigenen Methoden "Center Gravity" und “Balanced Control” kennzeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie sich an den individuellen Lernprozess eines jeden Schülers anpassen können. Im folgenden ein kleiner Überblick über Methoden, die in den Unterricht einfließen


Funktionales Stimmtraining

Das funktionale Stimmtraining ist eine der ältesten Methoden und geht zurück zu den Anfängen des klassischen Stimmtrainings. Heutzutage haben wir einen sehr differenzierten Zugang zu den Funktionen unseres komplexen und faszinierenden vokalen Systems. Das hat die Methode des funktionalen Stimmtrainings außerordentlich bereichert und über die Jahre stetig weiter entwickelt. Funktionales Stimmtraining ist bekannt für seine Klarheit und Flexibilität. Es ist elementar, für jeden Schüler einen individuellen Zugang zu seinem vollen stimmlichen Potential zu finden und dabei im Einklang mit seinen physiologischen Voraussetzungen und nicht dagegen zu arbeiten.  Damit das möglich ist, muss der Stimmcoach in der Lage sein jene Kompensationen zu identifizieren, die zwischen dem Schüler und seiner freien Stimme stehen. Dies ist ebenso essentiell wie sein Wissen um grundlegende Prinzipien des anatomischen und physiologischen Systems der Stimme und ihre Interaktion mit mentalen und psychologischen Prozessen während des Singens.


Balance Your Control

Singen ist ganzheitlich. Wir singen mit unserem gesamten Körper und Geist. Ein komplexes Funktionssystem, das intelligent und von Natur aus in einer perfekten Ausgewogenheit agiert, so lange wir nicht eingreifen, versuchen es zu kontrollieren oder zu manipulieren. Jeder physiologische und intentionale Vorgang hat seine spezifische Aufgabe. Wenn dieses System aus dem Gleichgewicht gerät, übernehmen einige Funktionen die Aufgabe anderer Funktionen, für die sie eigentlich nicht bestimmt sind. Es kommt zu einem Ausgleich für jene wichtigen Funktionen, die sich durch Mangel an Aktivität zurückbilden und eine Überanspruchung an anderer Stelle. Wir sprechen von unbewusster Kompensation.

In der Methode „Balanced Control“ geht es darum herauszufinden, welche Elemente in den einzelnen Systemen mehr Aktivität brauchen und welche eine Freisetzung ihrer Spannung brauchen. Um beim Singen im ganzen Körper einen ausgewogenen Tonus-Zustand zwischen Spannung und Entspannung zu finden, ist es wichtig, der Frage auf den Grund zu gehen, warum wir kompensieren. Dies erfordert auch jenseits der physischen Funktion die Verbindung zu den mentalen und psychischen Prozessen zu verstehen. Damit Atem und Stimme im Körper frei fließen können braucht ein Sänger eine gesunde und freie Stimme, die sich am besten in einem Körper entfaltet, der frei ist von Angst und Blockaden. Wenn ein Sänger muskuläre Fehlspannungen und Verengungen der Resonanzräume entwickelt hat, die eine losgelöste Atmung, freie Randkantenschwingung oder offene Resonanzbildung verhindern und über kompensatorische Maßnahmen versucht, die fehlenden Ressourcen zu ergänzen, wird der musikalische Prozess rasch unterbrochen, das Singen strengt an und die Stimme kann Schaden nehmen. Jede noch so feine “Störung” des stimmlichen, musikalischen Prozesses ist die Folge spezifischer und individueller physiologischer, emotionaler oder mentaler Zustände, die länger bestehen oder spontan aus einer Situation heraus entstehen. Ausgewogene Spannung bedeutet die voll bewusste Bereitschaft, enthusiastische, positive Begeisterung und Wahrnehmung. Ausgewogene Entspannung bedeutet Loslassen von Kompensationen und Angst.


Center Gravity / Fluid Power / Vocal Freedom

Diese Methode verbindet sich mühelos mit anderen Methoden, integriert sich unabhängig vom Gesangsstil auf natürliche Weise in die künstlerische Umsetzung und steht gleichsam im Einklang mit den physiologischen Voraussetzungen. "Body's center gravity shifting" Basiert auf Techniken deren Ursprünge in alten Nordindischen Gesangssystemen zu finden sind, die Yoga Praktiken in die professionelle Stimmentwicklung integrieren. Der Umgang mit dieser Methode fördert stimmliche Flexibilität und Freiheit, ermöglicht zu lernen anstrengungslos zu singen, das stimmliche Klangspektrum zu erweitern und Klang als kraftvoll und beweglich zu erfahren.

Die Methode ist interessant für Sänger aller Genres die mehr entdecken möchten und für Anfänger, die ihren Stimmklang auf besondere Weise entfalten möchten. Abhängig vom individuellen Lernprozess werden einzelne Übungen auf diesem Bereich in den Gesangsunterricht, die Stimmbildung und stimmliche Regenerierung integriert.

Im Verständnis der body’s center of gravity shifting ist der innere Bewegungsfluss nicht aufzuhalten. Selbst wenn man versucht den Körperschwerpunkt vollkommen ruhig zu halten, findet eine subtile Verlagerung statt, die sich in einer permanenten inneren Bewegung bemerkbar macht. Über die Wahrnehmung des Tonus, dem Zustand haltungsbedingter Muskelkontraktion, die permanent präsent ist und danach strebt einen Ausgleich zur Spannkraft zu finden (Eutonus), kann der Sänger lernen mit den natürlich zur Verfügung stehenden Bewegungsvorgängen wieder in Kontakt zu treten und diese gezielt zu nutzen, um sie mit der Atemzirkulation, dem Klangfluss und der Melodieführung zu verbinden.

Der so entstehende Stimmklang wird in dieser Verbindung beweglich und flexibel. Dies beinhaltet auch, dass nicht nur der Mund- und Rachenraum zur Klangproduktion genutzt wird, sondern das gesamte System des Körpers als Resonator dient. Die Öffnung der Resonanzräume erfolgt prozesshaft. Nach und nach wird der Zugang zu bestimmten Zentren der Klangproduktion erarbeitet. Gelingt es dem Sänger nach einiger Übung diese Qualität in seinem Körper, Atem und Klang miteinander zu verbinden und zu regulieren, ergeben sich für ihn neue Möglichkeiten, sich auf seine musikalische Intention zu fokussieren und er beginnt sich mit dem von ihm erzeugten Klang zu identifizieren. Dann stellt sich seine Stimmtechnik vollständig in den Dienst des künstlerischen Ausdrucks und nicht umgekehrt.